«Aber sein Vaterland hat keiner verloren, der es nicht innerlich aufgibt» – Konrad Heidens Bericht über das Judenpogrom 1938

März 2017 Moritz Nestor

«Aber sein Vaterland hat keiner verloren, der es nicht innerlich aufgibt» – Konrad Heidens Bericht über das Judenpogrom 1938     Unklar ist warum. Aber erst 2013, fünfundsiebzig Jahre nach dem nationalsozialistischen Judenpogrom vom 9./10. November 1938 erscheint von Konrad Heiden (1901-1966) unter dem Titel «Eine Nacht im November 1938» … Weiterlesen

Karl Jaspers: Schicksalsgefährte zu werden mit dem Kranken,Vernunft mit Vernunft, Mensch mit Mensch, in den unberechenbaren Grenzfällen einer zwischen Arzt und Kranken entstehenden Freundschaft

Zitatauswahl Moritz Nestor

Artikel als   «Voraussetzung ärztlichen Handelns: Wissenschaftlichkeit und Menschlichkeit. Dies ärztliche Handeln steht auf zwei Säulen: einerseits der naturwissenschaftlichen Erkenntnis und dem technischen Können, andererseits auf dem Ethos der Humanität. Der Arzt vergisst nie die Würde des selbstentscheidenden Kranken und den unersetzlichen Wert jedes einzelnen Menschen. Die Wissenschaft wird weitergegeben durch … Weiterlesen

Karl Jaspers 1949: «Die Freiheit an der Grenze des Technischen ist der Mensch selbst» – oder wider die totale kybernetische Ideologie des «universalen Machenkönnens»

Zitatauswahl Moritz Nestor

«Die Quelle der Totalplanung im Technischen: Wo in der Technik Störungen auftreten, versucht man durch zweckhafte Pläne sie zu beseitigen. … Den Gefahren zu schneller Umwälzung begegnet man etwa durch Ankauf … von neuen Patenten. Der Unzufriedenheit, Ermüdung und Leere der Menschen sucht man durch planmässige Gestaltung der Freizeit, durch Organisation des Wohnens … Weiterlesen

Hans-Dieter Schmidt & Evelyn Richter (1980): «Entwicklungswunder Mensch» – oder die Rückbesinnung auf die europäische personale Bildungs- und Erziehungstradition

13. November 2016 Moritz Nestor

Hans-Dieter Schmidt & Evelyn Richter: «Entwicklungswunder Mensch» Der vordere Buchdeckel zeigt in A4-Format das Photo der zärtlichen Hand einer Mutter, um deren kleinen Finger sich das Fäustchen ihres wenige Monate alten geliebten Kindes ballt. Keine Schrift verstellt das Bild. Die eigentümliche Aussagekraft, die grobkörnigen Schwarz-weiss-Photos innewohnt, wirkt unmittelbar auf die Seele des Lesers. Könnte es ein … Weiterlesen

Schillers Idee des sittlichen Staates und der Freiheit in seinen «Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen»

1993 Moritz Nestor

Schillers Idee des sittlichen Staates und der Freiheit in seinen «Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen»   Dreitägige Hausarbeit bei Professor Dr. Fritz-Peter Hager, Lehrstuhl für historisch systematische Pädagogik am Pädagogischen Institut der Universität Zürich Inhaltsverzeichnis Vorbemerkung 1. Zur Entstehung der „Briefe“ im Kontext der Französischen Revolution 2. Genetische Methode bei Rousseau … Weiterlesen

Rudolf Virchow: «Als Naturforscher kann ich nur Republikaner sein.»

Zitatauswahl Moritz Nestor

„Als Naturforscher kann ich nur Republikaner sein.“[1] „Wohlstand, Bildung und Freiheit bedingen sich gegenseitig.“[2] „Die Ärzte sind die natürlichen Anwälte der Armen, und die soziale Frage fällt zu einem grossen Teil in ihre Jurisdiktion.“[3] „Am Anfang der Seuchen stehen Armut, Hunger, Unsauberkeit und Unhygiene des Lebens.“[4] „In der Politik soll … Weiterlesen

«Schicksalsgefährte» sein wollen

9. November 2016 Moritz Nestor

«Schicksalsgefährte» sein wollen   Die Bildungspolitik tut mit Blick auf die drängenden gesellschaftlichen Probleme gut daran, ihre Präferenzen gelegentlich zu überprüfen. Etwas lauter wird in letzter Zeit diese Forderung. Eine grundsätzliche Rückbesinnung auf eine Pädagogik, die den werdenden Menschen als personales Wesen erfasst, tue Not, forderte Erika Vögeli in ihrem … Weiterlesen

Das Vermächtnis der Toten: «Auf die Stimme des Menschen des Menschen hören»

Zitatzusammenstellung Moritz Nestor

Auf die Zeit des Keimens werde ich warten. Ich bin überzeugt, dass sie kommt.   «4. Juli 1945, 13 Uhr … Viele kostbare menschliche Erfahrungen habe ich in meinem Leben gesammelt. Sie könnten einst für die Menschheit wertvolle Kleinodien werden. Ich möchte sie nicht im Boden von Miyako begraben lassen. … Weiterlesen

Das naturrechtliche Vermächtnis von Thomas Jefferson: «Pflegt deshalb den Geist unseres Volkes und haltet seine Achtsamkeit wach.»

Zitatauswahl Moritz Nestor

«Pflegt deshalb den Geist unseres Volkes und haltet seine Achtsamkeit wach. … Wenn das Volk einmal den öffentlichen Angelegenheiten gegenüber gleichgültig wird, dann werden Sie und ich, der Kongress und die einzelstaatlichen Parlamente, die Richter und die Gouverneure alle zu Wölfen werden.»   «Ich bin überzeugt, dass in Gesellschaften, die … Weiterlesen

Alexander Rüstow: Monopole als Raubritterburgen bedrohen die Freiheit

Zitatauswahl Moritz Nestor

«Es ist … nicht erträglich, … , dass mitten in unserem demokratischen Gefilde sozusagen Raubritterburgen errichtet werden … .» «Diese ganze Monopolbekämpfung steht aber in Wirklichkeit im Dienste überwirtschaftlicher Zwecke. […] Es ist unter dem Gesichtspunkt der Staatsstruktur nicht erträglich, dass man es in einem Land, das demokratische Freiheit auf … Weiterlesen

Ja zur Ethik – Nein zum Nihilismus

24. September 1993 Moritz Nestor

Ja zur Ethik – Nein zum Nihilismus 15 Jahre nach «Mut zur Erziehung» Mut zur Ethik Kongress vom 24.-26. Sept. 1993 in Bregen   Thesen 1993 zur Ethik Ja zur Ethik – Nein zum Nihilismus   Erste These Menschliches Leben ist an Werterfassung und -verwirklichung geknüpft. Der Mensch, ein Lebewesen … Weiterlesen

Thesen zur Familie aus entwicklungspsychologischer Sicht

1. Januar 1999 Erika Vögeli und Eliane Gautschi

deutscher Text   englischer Text   These 1 Die moderne Entwicklungspsychologie hat gezeigt, dass das Bedürfnis nach emotionaler Bindung ein primäres Bedürfnis des Menschen ist. Sie hat die Freudsche These widerlegt, wonach sich die Bindung an die Mutter erst sekundär, als Folge der Befriedigung biologischer Bedürfnisse (Stillen, Füttern, etc.) bildet. Die … Weiterlesen

Familienthesen aus psychologischer Sicht

1. Januar 1999 Renata Rapp, Erika Vögeli

  deutscher Text       englischer Text   1. Ehe und Familie sind eine natürliche Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau, der Eltern mit ihren Kindern Die Familie ist bei allen kulturellen und historischen Ausprägungsformen anthropologisch fundiert und daher nicht beliebig gestaltbar. Sie ist die von der Natur eingerichtete Gemeinschaft zur … Weiterlesen

Thesen zur Familie: Kulturanthropologische und ethnologische Aspekte

1. Januar 1999 Joachim Hoefele

deutscher Text      englischer Text   These 1 Definition: Kulturanthropologie befaßt sich mit dem Zusammenleben der Menschen in verschiedenen Kulturen. Sie untersucht alle menschlichen Vorstellungen, Verhaltensweisen, alle (materiellen und geistigen) Güter und Werte, Sitten und Gebräuche, die Menschen gemeinsam hervorbringen. (vgl. Marschall, 7) Biologische Grundlagen: Der Mensch zeichnet sich vor … Weiterlesen

13 Thesen: Anthropologische Grundlagen der Familie

10. Januar 1999 Moritz Nestor

deutscher Text    englischer Text     Phylogenetischer Aspekt   These 1 In früheren Zeiten hat man unterschieden zwischen vereinzelt lebenden Tieren – man verstand hierunter zum Beispiel die Insekten, die man als Tiere ohne Sozialverhalten begriff – und Wesen mit sozialen Lebensformen, worunter man gerne ausschliesslich den Mensch fasste. Das … Weiterlesen

Zur naturrechtlichen Grundlegung der öffentlichen Bildung

1996 Joachim Hoefele und Moritz Nestor

Überarbeitete Fassung eines 1995 an der Pädagogischen Schulungswoche des Vereins zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis VPM gehaltenen Vortrages PDF-Version     Einleitung   Muss ich lernen? Einem Lehrer des Jahres 1996 wird von einem seiner Schüler die Frage gestellt: „Können Sie uns einmal sagen, wozu wir Grammatik lernen müssen?“ Der … Weiterlesen

Lew Vygotzkij: Denken und Sprechen. Auszüge

2016 Zusammenstellung Joachim Hoefele

          Zitate aus: Vygotzkij, Lew S. (2002): Denken und Sprechen. Psychologische Untersuchungen. Herausgegeben und aus dem Russischen übersetzt von Joachim Lompscher und Georg Rückriem. Weinheim und Basel: Beltz.       I. Zur wissenschaftlichen Methode der Psychologie   (I) «Das erste Analyseverfahren kann man als Zerlegung … Weiterlesen

Worin besteht der Sinn des Alters?

Zürich 1997 Moritz Nestor

Ohne den medizinischen Fortschritt überlebten im letzten Jahrhundert von 100 Neugeborenen weniger als 50% das 60. Lebensjahr. Heute erreichen von 100 Neugeborenen mehr als 80% das 60. Lebensjahr. Welchen Sinn hat es, dass der Mensch so alt werden kann? Adolf Portmann ist bekannt dafür, dass er den Sinn den ausgedehnten … Weiterlesen

Adolf Portmann: Die Sonderstellung des Menschen in der Natur

Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis VPM, Pädagogische Schulungswoche 5.-9. April 1988, Schützenhaus Albisgüetli Moritz Nestor

Einleitung   Charles Darwin hatte im 19. Jahrhundert den Menschen in die Natur gestellt. Er erkannte ihn als ein Wesen, dessen soziale Natur im Laufe einer Jahrmillionen umfassenden Evolution entstanden war. Hat sich heute zwar seine Annahme eines dem Menschen innewohnenden „Mutterinstinktes“ als unhaltbar erwiesen, so ging doch Darwin von … Weiterlesen

Adolf Portmanns «Biologische Fragmente zu einer Lehre vom Menschen», Teil IV

Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenekenntnis VPM, Seminar für Entwicklungspsychologie, Freitag, 23. Juni 1989 Moritz Nestor

Der „soziale Uterus“: das Entwicklungsgeschehen während des ersten Lebensjahres   Wir kommend am heutigen Abend zum Entwicklungsgeschehen des ersten menschlichen Lebensjahres, wie Portmann es erforscht hat. Die gedanklichen Schritte hin zum Entwicklungsgeschehen des ersten Lebensjahres haben ich Ihnen an der letzten Abenden vorgetragen, und ich möchte Sie Ihnen noch kurz einmal … Weiterlesen

Adolf Portmanns «Biologische Fragmente zu einer Lehre vom Menschen», Teil III

Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis VPM, Seminar für Entwicklungspsychologie, Freitag, 16. Juni 1989 Moritz Nestor

Das erste Lebensjahr und die Weltoffenheit des Menschen   Verehrte Anwesend! Wir kommen heute zum ersten Lebensjahr des Menschen, nachdem wir am letzten Freitag den Geburtszustand des Menschen diskutiert haben. Die Bedeutung des menschlichen Erstjahres zu beurteilen erfordert nach Portmann für den Biologen auch eine Diskussion der speziellen menschlichen Lebensweise, … Weiterlesen

Adolf Portmanns «Biologische Fragmente zu einer Lehre vom Menschen», Teil II

Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis VPM, Seminar für Entwicklungspsychologie, Freitag, 9. Juni 1989 Moritz Nestor

Der neugeborene Mensch   Verehrte Anwesende! Bis jetzt habe ich Ihnen versucht, einen kleinen Überblick zu geben über die körperliche Entwicklung des Kindes von der Empfängnis an. Ich habe Ihnen dabei versucht vor Augen zu halten, dass Adolf Portmanns Befunde über das sogenannte „extrauterine Jahr“ ein wichtiger zoologischer-biologischer Beitrag ist … Weiterlesen

Adolf Portmanns «Biologische Fragmente zu einer Lehre vom Menschen», Teil I

Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis VPM, Seminar für Entwicklungspsychologie, Freitag, 2. Juni 1989 Moritz Nestor

Verehrte Anwesende Die Menschheit hat sich der seelischen Entwicklung des Menschen auf verschiedenen Wegen genähert. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts begann die Tiefenpsychologie retrospektiv unbewusste Gefühlsanteile des erwachsenen Menschen zu erforschen. Das heisst, man näherte sich den Erlebnissen des Kindes in den ersten Jahren, indem man Erwachsene, die sich wegen seelischer … Weiterlesen

«Der Mensch darf nie aufhören, Mensch zu sein» (A. Schweitzer)

Zeit-Fragen Nr. 31 vom 8. Dezember 2015 Sigrit Schiller

  Was hat uns Albert Schweitzer in der heutigen Welt zu sagen?   Dank der Verleihung des diesjährigen Medizinnobelpreises an die Chinesin Tu, den Iren Campbell und den Japaner Omura rückt das Leid von Millionen von Menschen in Afrika, Südostasien und Südamerika wieder in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Die … Weiterlesen

Der Beitrag der personalen Psychologie zum allgemeinen Wohl in einer demokratischen Gesellschaft

2007 Vortrag am Kongress der Ungarischen Pädagogischen Werkstatt in Budapest Moritz Nestor

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Frau und Herr Baryni, liebe Kollegen und Freunde, herzlichen Dank, dass wir auch dieses Jahr wieder an Ihrer Konferenz teilnehmen dürfen. Ich empfinde es ganz persönlich als eine grosse Ehre, hier teilnehmen zu dürfen und auch mit ein paar Gedanken an Ihrer wertvollen Arbeit … Weiterlesen

Personale und kulturelle Identität als Voraussetzung für Freiheit und Würde

2006 Joachim Hoefele

Wir leben in einer Zeit, die die rasche Veränderlichkeit der Verhältnisse, den rapiden globalen Wandel betont. Es gibt kaum ein Statement oder die Rede eines der Wortführer unserer wirtschaftlichen und politischen Eliten, die heute nicht mit der Beschwörung des rapiden globalen Wandels im Gefolge der sogenannten Globalisierung beginnen. Der kapitalistische … Weiterlesen

Humanwissenschaften und Bonum Commune

2002 Moritz Nestor

Wenn das Bonum Commune die freie Entfaltung des Menschen in und durch Gemeinschaft ist, dann ist die Aufgabe der Humanwissenschaften die Sicherung des Lebens durch die wissenschaftliche Erforschung der Bedingungen, unter denen der Mensch Mitmensch werden und sein kann. Wir stehen jedoch heute vor der erschreckenden Tatsache, dass ein grosser … Weiterlesen

Zur naturrechtlichen Begründung des Selbstbestimmungsrechts kleiner kultureller Einheiten

2000 Moritz Nestor

Ein Mitglied der Schweizer Regierung Bundesrat Villiger, leitete in einer Rede im Juli dieses Jahres die Globalisierung aus den ersten Talschaften der frühen Eidgenossenschaft ab. Sie seien die «kleinste Einheit» der alten Eidgenossenschaft, aus denen sich grössere Zusammenschlüsse gebildet hätten und woraus nun auch logischerweise globale Zusammenschlüsse wüchsen. Die Familie, um … Weiterlesen

Die Bedeutung des personalen Menschenbildes für ein Leben in Freiheit und Frieden

1997 Joachim Hoefele Moritz Nestor

Angesichts der Tatsache, dass derzeit in Mazedonien, Israel und im Kongo mit zynischer Offenheit die nächsten Kriege um geostrategischer Vorteile Willen provoziert, geplant und/oder durchgeführt werden, dass die Menschenrechte, einst als vorstaatliche Rechte und Schutz des Einzelnen gegen staatliche Willkür und Gewalt entwickelt, zur Waffe gegen den Menschen, zur Kriegspropaganda … Weiterlesen

Das Naturrecht als Grundlage für ein friedliches und gerechtes Zusammenleben der Menschen

Renata Rapp Wagner, Joachim Hoefele Moritz Nestor

  Vortrag, gehalten am Kongress «Mut zur Ethik» 1997 in Feldkirch   Vorbemerkung Gerade in der heutigen Zeit kommt einer gründlichen Rückbesinnung auf das Naturrecht und die naturrechtlich begründeten Menschenrechte eine gewaltige Bedeutung zu. Der Marxismus hat zum Beispiel den naturrechtlich begründeten Menschenrechten ganz zu unrecht den Vorwurf gemacht, hinter … Weiterlesen

Renata Rapp Wagner: Postmodernes Denken und Pädagogik. Eine kritische Analyse aus philosophisch-anthropologischer Perspektive

1997 Renata Rapp

Rapp Wagner, Renata. Postmodernes Denken und Pädagogik. Eine kritische Analyse aus philosophisch-anthropologischer Perspektive. Mit einem Vorwort von Fritz-Peter Hager. Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien 1997   Vorwort von Fritz-Peter Hager   Einleitung I.         Philosophisch-anthropologische Grundlagen pädagogischer Theorie I.1.      Zur Entwicklung eines personalen Menschenbildes in der europäischen Bildungstradition I.1.1.   … Weiterlesen

Warum Maschinen nicht wie Menschen denken können. Oder: Warum das phone nicht smart ist

2016 Moritz Nestor

„Ein Computer kann nur eine präzise festgelegte, arithmetische Sprache sprechen.“ Ein menschliches „Wort erreignet sich, wie G. Ebeling schreibt, als zeitliches Geschehen. Zum Wort gehört deshalb die Situation, der es entspringt, in die hinein es geschieht und die es verändert.“ [1] „Der Mensch ist deshalb nicht maschinell zu simulieren“, weil … Weiterlesen

Warum der kranke Mensch mehr ist als geschädigte Materie

14. April 2016 Dr. med. Karen Nestor und M.A. & lic. phil Moritz Nestor

Vortrag am Ostschweizer Palliativtag «Palliative Care gestalten» in Appenzell am 14. April 2016   Dr. med. Karen Nestor Liebe Karin Kaspers, lieber Vorstand Palliative Ostschweiz, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren Wir danken sehr herzlich für die Einladung, am diesjährigen Palliativtag unser Seminar «Philosophie und Medizin» vorzustellen. … Weiterlesen

Jerome Kagan: ADHS «ist eine Erfindung»

2012 Moritz Nestor

Im Frühjahr 2012 zitierte der Spiegel den Erfinder der Diagnose ADHS, diese Diagnose sei keine Diagnose, sondern eine Erfindung. Nun doppelt im Spiegel vom 30. 7. 2012 der renommierte 83-jährige Entwicklungspsychologe Jerom Kagan noch deutlicher nach:[1] Kagan ist nicht irgendwer, sondern «auf einer Liste der 100 bedeutendsten Psychologen des 20. … Weiterlesen

Erfinder des ADHS: «ADHS ist eine fabrizierte Erkrankung»

2012 Moritz Nestor

Die schweizerische Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin NEK (Präsident: Otfried Höffe) hat sich in ihrer Stellungnahme vom 22. November 2011 mit dem Titel: Über die «Verbesserung» des Menschen mit pharmakologischen Wirkstoffen[1] erfreulicherweise sehr kritisch mit der Verwendung des ADHS-Medikaments Ritalin befasst: Das Verhalten des Kindes werde durch Chemie ohne jegliche Eigenleistung … Weiterlesen

Befreiung durch Recht, statt Befreiung vom Recht. Martin Krieles Plädoyer für die Würde des Menschen

1992, Vortrag an der Pädagogische Schulungswoche des Vereins zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis VPM Moritz Nestor

Befreiung durch Recht, statt Befreiung vom Recht. Martin Krieles Plädoyer für die Würde des Menschen Ich möchte Ihnen einige Grundgedanken von Martin Kriele darstellen, Professor für Allgemeine Staatslehre und Öffentliches Recht an der Universität zu Köln und Richter am Verfassungsgericht des Landes Nordrhein Westfalen. «Die Geschichte Europas und Amerikas ist … Weiterlesen

Samuel Pufendorf (1632-1694)

1995 Moritz Nestor

Samuel Pufendorf (1632-1694) baut auf Hugo Grotius auf und wurde entscheidend für die gesamte neuzeitliche Naturrechtsdebatte. Auf ihn wiederum baut John Locke später auf und beider Gedanken flossen direkt in die amerikanische Unabhängigkeitsbewegung ein und wurden zur Vorlage der «Bill of Rights» des Staates Virginia von 1776[1] und später der Menschrechtsbestimmungen in der amerikanischen Verfassung. … Weiterlesen

Samuel Pufendorf: Über die Pflicht des Menschen und des Bürgers nach dem Gesetz der Natur 1673

Moritz Nestor

Auszüge aus: Samuel Pufendorf (1673): Über die Pflicht des Menschen und des Bürgers nach dem Gesetz der Natur. Frankfurt/Main u. Leipzig: Insel Verlag 1994   Kapitel 3 Über das Naturrecht § 2 Mit allen Lebewesen, die im Besitz eines Empfindungsvermögens sind, hat der Mensch gemeinsam, dass er nichts so sehr liebt … Weiterlesen

„ … in Richtung auf mehr Menschlichkeit zu führen.“

Prof. Dr. jur. Hideshi Yamada

  … Wenn wir die Würde des Menschen nicht mehr kennen, dann wird es immer schwieriger, den Menschen als Person, den Menschen als Mensch zu achten. Und für mich steht die Würde des Menschen nicht nur auf dem Papier der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO von 1948 geschrieben. Sie … Weiterlesen

Franz Gabriel Alexanders Konzept einer tiefenpsychologischen psychosomatischen Medizin

Zürich 1992 Moritz Nestor

Franz G. Alexanders Konzept einer tiefenpsychologischen psychosomatischen Medizin   Inhaltsverzeichnis Einleitung Geschichtliches 1.    Zu Leben und Werk Franz Alexanders 2.    Zur Geschichte der Psychosomatischen Medizin 3.    Zu den philosophischen Wurzeln 3.1. René Descartes 3.2. Baruch Spinoza Physiologische Grundlagen 1.    Die Physiologie und das neue Menschenbild 2. … Weiterlesen

Vor 150 Jahren starb der Erfinder der Blindenschrift, Louis Braille

27. Juni 2002 Moritz Nestor

Ein grosser Psychologe hat einmal bemerkt, dass es die mitmenschlichen Leistungen sind, die Taten für den Frieden, die einen Menschen unsterblich machen. Der Franzose Louis Braille (1809 bis 1852) lebt unsterblich im Herzen der Menschheit. Denn er hat mit seiner Erfindung, der Sechs-Punkt-Schrift, die Blinden und Sehbehinderten auf der ganzen … Weiterlesen

Die „Menschlichkeit des Menschen“ als Ursprung und Ziel menschlicher Entwicklung

Feldkirch 2002 Moritz Nestor

Annemarie Buchholz-Kaiser, Joachim Hoefele, Moritz Nestor, Renata Rapp-Wagner Wo stehen wir heute? Ist die Geschichte der Menschheit nur eine Abfolge von Kriegen? Welchen Kräften verdanken wir Menschlichkeit und Fortschritt? Wie kann es sein, dass wir Heutigen die Welt in einen dritten Weltkrieg zu stürzen drohen, als hätte es die ersten … Weiterlesen

Die Darwin-Rezeption von Sigmund Freud und Alfred Adler

Zürich 1992 Joachim Hoefele

Inhaltsverzeichnis 0.        Einleitung I.         Die EvolutionslehreCharles Darwins 1.1.      Einführung 1.2.      Evolution 1.3.      Abstammung des Menschen 1.4.      Kampf ums dasein, natürliche und geschlechtliche Zuchtwahl 1.5.      Menschliche Natur 1.6.      … und Kultur II.        Die Darwin-Rezeption Sigmund Freuds 2.1       Einführung 2.2.      Anna O. 2.3.      … und … Weiterlesen

Die Schuhe deines Vaters

12. März 2015, Sankt Lukaskirche, Leipzig Hugo Gevers

Der Rockstar und Liederdichter Gordon Sumner alias „Sting“ beschreibt im Lied „Dead Man’s Boots“ seine eigene Kindheit. Verlockend stehen die Schuh seines verstorbenen Vaters vor der Tür. Sie warten nur darauf, dass der Sohn seine Pflicht tut und die Schuhe anzieht. Im übertragenen Sinne soll der Sohn, indem er in … Weiterlesen

„Das Wunder von Bern“

27. November 2003 Moritz Nestor

Gäb´ es ein Lied, das unser Elend umfasste, Könnt´ ich Euch vielleicht, was wir leiden, erzählen. Dann könnte es sein, dass uns niemand sehr haßte, Und die uns feind sind, würden uns nicht mehr quälen. (Ricarda Huch, 1947)   Vordergründig ein Film über das „Wunder von Bern“: das legendäre Endspiel … Weiterlesen

Zu den Grundlagen einer personalen Psychologie

13. Oktober 2015, Universität Wladimir Moritz Nestor

Seminar: „Psychiatrie und Psychotherapie im Ländervergleich“ Sehr geehrte Damen und Herren, ich begrüsse Sie alle recht herzlich und bedanke mich für die freundliche Einladung hierher nach Wladimir. Wir freuen uns sehr auf die kommenden Stunden mit Ihnen; auf das Kennenlernen der Standpunkte und Meinungen; auf den Austausch der Erfahrungen und … Weiterlesen

Sog in den Abgrund oder Hoffnung für die Zukunft …

17. März 2016, die Brücke, Sankt Lukaskirche, Leipzig Hugo Gevers

Es gibt viele Menschen, die Schreckliches erlebt haben. Nicht nur Flüchtlinge, die in Ihrer Heimat Folterung und Hass erleben mussten. Es gibt auch schreckliche Dinge, die sich hinter ganz normalen bürgerlichen Mauern verbergen. Einige Menschen leiden ein ganzes Leben lang von eben solchen Erfahrungen und können so nie wirklich zu … Weiterlesen