Moritz Nestor
EXIt ist die älteste Schweizer Sterbehilfe-Gesellschaft. Sie beruft sich auf §115 des Strafgesetzes, §115 erlaubt aber nicht die «Beihilfe zum Suizid», so der rechtliche Begriff für den «assistierte Suizid». §115 bestimmt nur: Wer einen assistieren Suizid begeht, wird dann nicht bestraft, wenn er die Tat «uneigennützig» begangen hat.
Der katholische Theologe Alberto Bondolfi und Franco Cavalli waren in den Jahren nach 1993 die wohl prominenteste Aktivisten der Kampagne zur «Liberalisierung» der «Tötung auf Verlangen» (§114), die im Jahr 2000 politisch abgeschmettert wurde.
Interessanterweise entlarvte 1990 Bondolfi seinem Buch «Ethik und Selbsterhaltung» die Schweizer «Sterbehilfe»-Organisation EXIT. Diese habe die Forderung nach Legalisierung von §114 («Tötung auf Verlangen», «aktiven Euthanasie») 1984 nur zum Schein aus ihren Statuten gestrichen:
„EXIT hat vor allem die Absicht, die Autonomie der Patienten bis in den Tod hinein zu maximieren. Diese Absicht führte, bis zur Revision der Statuten der schweizerischen Sektion im Jahre 1984, zur Forderung nach einer Legalisierung der sogenannten aktiven Euthanasie. Die Streichung dieser Forderung geschah eher aus pragmatischen als aus prinzipiellen Gründen.“ [1]
[1] Alberto Bondolfi (1990): Ethik und Selbsterhaltung, Seite 104