«Von sich aus sind die Massen nicht revolutionär … Die Revolution erfordert zuerst das Entstehen eines neuen Menschentypus mit Bedürfnissen und Bestrebungen, die sich qualitativ von den aggressiven und repressiven Bedürfnissen der bestehenden Gesellschaft unterscheiden. […] Es kommt vom erbärmlichen Gebrauch, den man vom technischen Fortschritt macht. Man könnte das Fernsehen ebensogut für die Umerziehung der Bevölkerung einsetzen. […] Der revolutionäre Prozeß beginnt immer mit und in einer Wirtschaftskrise. Aber die Krise würde zwei Möglichkeiten bieten. Die neofaschistische Möglichkeit […] und die Erkenntnis der Massen, daß die Gelegenheit günstig ist, für die Begründung einer freien Gesellschaft. […] Man kann nicht aus Furcht vor der einen die Hoffnung auf die andere verlieren und aufhören, durch die Erziehung der Massen auf sie hinzuarbeiten. Und nicht nur mit Worten: mit Taten.»[1]
[1] Herbert Marcuse. Über Revolte, Anarchismus und Einsamkeit. Ein Gespräch. Edition Arche Nova. Zürich. 1969. S. 21-24 [Hervorhebung nicht im Original]