« … es war notwendig, dem deutschen Volk bestimmte außenpolitische Vorgänge so zu beleuchten, daß die i n n e r e  S t i m m e des Volkes selbst langsam nach der Gewalt zu schreien begann»

27. Mai 2026

Rede Hitlers vor über 400 namhaften deutschen Journalisten und Verleger
vom 10. November 1938

Quelle: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte. Jahrgang 6 (1958), Heft 2,

 


A m 11. November 1938 veröffentlichte der «Völkische Beobachter» die folgende Mitteilung: «München, 10. November. Der F ü h r e r gab am Donnerstag im Führerbau zu München einen A b e n d e m p f a n g  f ü r  d i e  d e u t s c h e  P r e s s e , zu dem über 400 namhafte deutsche Journalisten und Verleger geladen waren. An der Spitze der Erschienenen sah man den Stellvertreter des Führers, Rudolf H e ß , den Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. G o e b b e l s , den Präsidenten der Reichspressekammer, Reichsleiter A m a n n , sowie Reichsleiter R o s e n b e r g  und Staatssekretär
H a n k e .»

Hitlers Rede ist im Katalog «Schallaufnahmen der Reichsrundfunk-Gesellschaft m.b.H. von Anfang 1936 bis Anfang 1939» unter der Nummer 5245 registriert. Der genaue Wortlaut des Katalogtextes ist: «5245 RRG 50228/40 Rede des  F ü h r e r s  vor den Vertretern der deutschen Presse im Führerbau zu München (45′ 05″) 10. 11. 38. (Anfang fehlt) Schlußwort: Reichspressechef Dr. Otto D i e t r i c h (1’09“).»

Die  g e s p e r r t  gedruckten Worte und Satzteile sind von Hitler überdurchschnittlich, laut gesprochen worden.


 

 

Die Rede beginnt mit der triumphierenden Anerkennung der

«ungeheueren Erziehungsarbeit, die der Nationalsozialismus am deutschen Volk vorgenommen hat.»

«[…] Die Umstände haben mich gezwungen, j a h r z e h n t e l a n g fast nur vom Frieden zu reden. Nur unter der fortgesetzten Betonung des deutschen Friedenswillens und der Friedensabsichten war es mir möglich, dem deutschen Volk Stück für Stück die Freiheit zu erringen und ihm die Rüstung zu geben, die immer wieder für den nächsten Schritt als Voraussetzung notwendig war. Es ist selbstverständlich, daß eine solche jahrzehntelang betriebene Friedenspropaganda auch ihre bedenklichen Seiten hat; denn es kann nur zu leicht dahin führen, daß sich in den Gehirnen vieler Menschen die Auffassung festsetzt, daß das heutige Regime an sich identisch sei mit dem Entschluß und dem Willen, den Frieden unter a l l e n Umständen zu bewahren. Das würde aber nicht nur zu einer falschen Beurteilung der Zielsetzung dieses Systems führen, sondern es würde vor allem auch dahin führen, daß die deutsche Nation, statt den Ereignissen gegenüber gewappnet zu sein, mit einem Geist erfüllt wird, der auf die Dauer als Defaitismus gerade die Erfolge des heutigen Regimes nehmen würde und nehmen müßte. Der Zwang war die Ursache, warum ich jahrelang nur vom Frieden redete. Es war nunmehr notwendig, das deutsche Volk psychologisch allmählich umzustellen und ihm langsam klarzumachen, daß es Dinge gibt, die, wenn sie nicht mit friedlichen Mitteln durchgesetzt werden können, mit Mitteln der Gewalt durchgesetzt werden m ü s s e n . Dazu war es aber notwendig, nicht etwa nun die Gewalt als solche zu propagieren, sondern es war notwendig, dem deutschen Volk bestimmte außenpolitische Vorgänge so zu beleuchten, daß die  i n n e r e  S t i m m e des Volkes selbst langsam nach der Gewalt zu schreien begann. Das heißt also, bestimmte Vorgänge so zu beleuchten, daß im Gehirn der breiten Masse des Volkes ganz automatisch allmählich die Überzeugung ausgelöst wurde: wenn man das eben nicht im Guten abstellen k a n n , d a n n  m u ß  m a n  es  m i t  Gewalt abstellen; so k a n n  es aber auf keinen Fall weitergehen. Diese Arbeit hat  M o n a t e  erfordert, sie w u r d e  p l a n m ä ß i g  begonnen, p l a n m ä ß i g  fortgeführt, verstärkt. Viele h a b e n sie nicht begriffen,
m e i n e H e r r e n ; viele  w a r e n  der  M e i n u n g , das sei doch alles etwas übertrieben. Das sind jene überzüchteten Intellektuellen, die keine  A h n u n g  haben, wie  m a n  ein Volk letzten Endes zu der Bereitschaft bringt, geradezustehen, auch
w e n n  es zu blitzen  u n d  zu donnern beginnt. […]» (S. 183f.)

 


 

 

Empfang des Berliner Verbandes der Auswärtigen Presse
im Propagandaministerium am 6. April 1933

Hitler sagte, die «Mission» der Presse sei die

«Wiederherstellung einer einheitlichen Geistes- und Willensbildung der Nation».

«Das Recht zur Kritik m u ß eine Pflicht zur Wahrheit sein, und die Wahrheit wird nur gefunden werden können im Rahmen der Aufgabe der Lebenserhaltung eines Volkes

«In einer Zeit wie der heutigen kann […] nicht Kritik die höchste Pflicht sein, sondern die Schaffung von Geistes- und Willenseinheit.» […] «Sie werden im Laufe der kommenden Jahre die Gewalt unseres Appells an das deutsche Volk erkennen und dann verstehen, weshalb gerade wir innerlich am meisten entschlossen sind, die Mittel zu verwenden, die Volk und Regierung geistig aneinander fesseln können.»

 

Quelle: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte. Jahrgang 6 (1958), Heft 2, S. 177f.

 

 

 

 

 

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