Krieg ist ein dreckiges Geschäft – Bush-Familie verdient unmittelbar an US-Kriegen

24. Februar 2002 Moritz Nestor

Zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte steht der Vater eines amtierenden US-Präsidenten auf der Lohnliste eines der grössten international tätigen Rüstungsherstellers, der Carlyle-Group, und sorgt arbeitsteilig mit seinem Präsidenten-Sohn für fette Gewinne in die Tasche seiner Familie. «Die Carlyle-Group, nicht Bush regiert die USA.» Zu diesem Urteil kommt gemäss einer Meldung des Wirtschaftsblattes Cash vom 11. Februar 2002[1] eine Vertreterin des Council on Foreign Relations. Sie muss es wissen, ist doch das Council on Foreign Relations eine jener Hintergrund-Institutionen, die in diesem dichten Geflecht aus Wirtschaft und Politik die Fäden ziehen.

Die Führer des ersten Golfkrieges stehen auf der Gehaltsliste der Carlyle-Group: In der Konzernleitung sitzen Donald Rumsfeld, derzeitiger US-Verteidigungsminister, und Dick Cheney, derzeitiger US-Vizepräsident. Cheney war unter Golfkrieger Bush-Vater US-Verteidigungsminister! Reagans Verteidigungsminister Frank Carlucci ist CEO der Carlyle-Group. James Baker besitzt als Chefbeamter ca. 180 Mio. US-$ Anteile an Carlyle, er war Aussenminister unter Bush-Vater und ist nun Kampagnenberater von Bush-Sohn sowie  Koordinator aller politischen Berater im Sold von Carlyle.

Den europäischen Teil der Carlyle-Group beraten Leute wie der ehemalige britische Premierminister John Major, der ehemalige Präsident der Deutschen Bundesbank, Karl Otto Pöhl, der Verwaltungsratspräsident bei Roche, Fritz Gerber und der Ex-Nestlé-Verwaltungsrat Reto Domeniconi.

Als wichtigster Berater aber erhält Gorge Bush-Vater; Ex-US-Präsident und Initiator des 1. Golfkrieges, sein Gehalt von Carlyle!

Heute wolle diese Machtelite beenden, was sie mit dem  1. Golfkrieg angefangen habe, so der Historiker Walter Mead.
Die Carlyle-Group investierte bisher in 213 Firmen. Sie verwaltet heute in 55 Ländern 12,5 Milliarden US-Dollar und ist ausserhalb der USA vor allem im Nahen Osten, in Asien und im arabischen Raum um den Persischen Golf – den Krisengebieten der Erde – in Rüstungs-, Luftfahrt- und Kommunikationsfirmen. Im Jahre 2000 erwirtschaftete sie mit 70 000 Angestellten einen Umsatz von 16 Milliarden US-$. Zum weltweiten Portfolio gehören neben Rüstungsfirmen die französische Zeitung Le Figaro, die Zürcher Firma Digiplex und das Lausanner Metallunternehmen Messer.

Bush-Sohn, US-Präsident, schwört mit fundamentalistisch-religiösem Sendungsbewusstsein, an Reagans «letzte Schlacht» erinnernd, die Bevölkerung auf einen Kreuzzug gegen die «Achse des Bösen» ein. Das Wall-Street-Journal machte auf den bewussten Anklang an die Terminologie des Zweiten Weltkrieges («Achse») aufmerksam! «Es ist nicht eine Frage ob, sondern wann der Irak angegriffen wird», analysiert der Historiker Walter Mead Bushs Haltung.

Das US-Militär wächst unter Bush-Sohn wie nie zuvor. Im neuen Haushaltsentwurf bekommt es 379 Milliarden US-$, eine Steigerung von 14,5 %, die stärkste seit 20 Jahren! Nach des Grossen Bruders USA Willen müssen auch die NATO-Partner aufrüsten – mit US-Waffen! US-Strategen betonen, dass nur die USA die nötige Technologie für einen modernen Krieg liefern könnten, und ein Leitartikel der New York Times drohte unlängst gar, wenn die NATO-Staaten ihr Militär nicht «modernisierten» – heisst in den USA einkauften! – breche das Bündnis auseinander.

Insgesamt also die besten Bedingungen für die Firmen der Carlyle-Group, Rüstungsaufträge aus der ganzen Welt anzulocken! Wie viele Milliarden schwer wird da wohl einst das Erbe sein, das Bush-Vater seinem Sohn hinterlässt? Vater Bush und die anderen ehemaligen Regierungsmitglieder sorgen bei Carlyle dafür, Bush-Sohn als US-Präsident, dass dieses Zusammenspiel von Rüstungsindustrie und Politik funktioniert. Die «Nebenkosten»: Tote, die eigenen Bürger inclusivce. Da die Carlyle-Group in privaten Händen ist, muss sie ihre Bücher nicht offenlegen. Das amerikanische Volk braucht nicht zu wissen, für wie viele Milliarden dreckigen Geldes es betrogen wird! Alles ist legal. Nach geltenden US-Recht dürfen ehemalige Regierungsmitglieder nach einem Jahr wieder in den Sold der Industrie treten!

Der Blick auf die personellen Verflechtungen von internationaler Rüstungsindustrie und der jetzigen US-Regierung sowie ehemaliger US-Regierungsmitglieder und -Präsidenten zeigt den derzeitigen US-Präsidenten Georges Bush junior als mächtigen «Impressario», der fette Einnahmen aus allen Kriegen einstreicht, die die USA jetzt und künftig führen. Deutlich auch die Verflechtung der Regierungsmannschaft von Georges Bush senior, dem Präsidenten-Vater, der im 1. Golfkrieg das Irakische Volk in die Steinzeit zurückbombten und danach über eine Million Menschen einem jämmerlichen Tode überantwortete – und damit wie viele Millionen/Milliarden verdiente? Das wirft bohrende Fragen auf: Würde es sich da zum Beispiel nicht lohnen, Terrorangriffe wie den vom 11. September zu fingieren? Die Geschichte lehrt nur zu gut, wie man solches macht. Man erinnere sich nur an jene SS-Soldaten in polnischen Uniformen, die polnische Terrorangriffe in Oberschlesien fingierten, weswegen dann angeblich der Zweite Weltkrieg begann, weil Hitler «zurückschoss»! Die vielen prekären Fragen um das Attentat auf das WTC sind weiterhin offen. Vergessen ist auch nicht, dass die US-Bundespolizei FBI beim ersten Anschlag vor Jahren die Finger mit im Spiel hatte! Hatte die Bush-Administration nicht verkündet, sie werde in diesem ersten Krieg des 21. Jahrhunderts Dinge tun, die nie jemand erfahren werde?

Dass der US-Präsident Tausende «seiner» Bürger opfert, wäre nicht so absurd, wie man eventuell denken mag. Im Lichte seiner wirtschaftlichen Interessen und der seiner Machtelite sowie seiner riesigen unkontrollierten Macht wäre es geradezu logisch. Das zu denken hindert uns vielleicht unser «Anstand», der sich zu wenig vorstellen kann, dass Menschen, wenn es um Macht und Geld geht, imstande sein können, alles zu tun – und zwar umso mehr, je mehr Macht man ihnen gegeben hat! Aber wieso soll eigentlich der Tod Tausender «eigener» Leute eine Machtclique stören, wenn sie ohne Gewissensbisse imstande ist Millionen «anderer» von grünen Tisch aus auszuradieren – und daran zu verdienen, zu verdienen und noch einmal zu verdienen? Haben die bedauernswerten Opfer des 11. September nicht geradezu unschätzbaren Wert als Vorwand für einen Präsidenten, der an Kriegen verdienen will? Wie wäre es, wenn der Präsident der  USA auch die Trauer der «eigenen» Leuten ausnutzt? Immerhin verdient er daran gut!

Funktionierte nicht die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City nach diesem Kalkül: Man liess die versengte Fahne von Ground Zero von den «Helden» von New York, den Feuerwehrleuten, hereintragen. Ein Mormonenchor stimmte trotzig die Nationalhymne an. Was störte es den Präsidenten, dass die New Yorker Feuerwehrleute am 11. September einen hohen Blutzoll hatten zahlen müssen? Das machte sie nur noch mehr zu brauchbaren Helden. Keine Tränen mehr, hart sein! Wer die Kriegspropaganda der beiden Weltkriege kennt, dem steigen die schrecklichen Töne empor: «Gefallen auf dem Altar des Vaterlandes»!

Olympische Tradition im alten Griechenland war es, dass eine bestimmte Zeit davor und danach die Waffen schwiegen! US-Präsident Bush junior stellte mit seiner Rede gegen alle Verabredung die Spiele in Salt Lake City schamlos in den Dienst seiner Kriegs-Propaganda! Die „domestizierten“ Reste der ausgelöschten Indianervölker durften dazu bunte Zeremonien vortanzen! Tränen der Wut kamen einem, wie die Opfer des ersten amerikanischen Völkermordes für die Kriegspropaganda des „Weltkrieges gegen den Terror“ benutzt wurden. Wem sind noch die Bilder von Hitlers Olympiade 1936 im rassistischen „Dritten Reich“ in Erinnerung, an der auch ein Schwarzer, Jesse Owens, teilnehmen durfte und der Führer einfach verschwand, damit er dem in seinen Augen „Untermenschen“ nicht die Hand geben musste? Owens hatte Gold im 100m-Lauf gewonnen! Gut für die politische Indienstnahme der Spiele für die NS-Propaganda war er allemal!

Die einfache brutale Wahrheit hinter all den hehren Phrasen von Vaterlands- und Freiheitsliebe ist: Die Kriege der USA sind ein Geschäft, das beste Geschäft, betrieben von Millionären und Milliardären in politischen Ämtern. Seit dem Golfkrieg klebt an den Händen dieser Schreibtischtäter das Blut von weit mehr als einer Million Menschen! Nicht von Terroristen, nicht von Diktatoren, nicht von Verbrechern – Nein!  ‑ von Grossmüttern, Müttern und von Kindern, von kranken und von alten Menschen, von der Zivilbevölkerung! Das vorgebliche Ziel, der „Terror“, wird dadurch erst richtig angeheizt!

[1] Vgl. Peter Hossli. Der Bush-Clan profitiert ganz direkt von den exorbitanten US-Militärausgaben. In „Cash“ vom 11.2.02.

Autor

Moritz Nestor, Psychologe

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