«Revolution» – eine wahre Geschichte

16. März 2026

Moritz Nestor

 

1

Während der Universitätsvollversammlung im vollbesetzten Auditorium Maximum der Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg/Br., an einem Tag im Mai 1976, erlischt unerwartet die Saalbeleuchtung. In den Lichtkegel der schwachen Funzel am Rednerpult hinein tritt ein untersetzter Genosse: olivgrüner US-Parka, US-Jeans, ein schwarz-weiss-kariertes Palästinensertuch bedeckt Mund und Nase, braune, sorgfältig geföhnte Haare, fallen über seinen Rücken bis zum Gesäss, seine eine Augenhöhle ist von einem Bluterguss dunkel.

An der letzten Demonstration, als militante K-Gruppen eine Demo anführten, die das Rathaus stürmen wollte, habe ich ihn gesehen. Er fiel überall auf, denn er war klein, immer ernst, lächelte nie. In der ersten Reihe stand er dort in dem Demo-Zug mit verschlossener, harter Miene und stürmte gegen die Polizei, gegen die «Büttel des Systems», und wurde gleichzeitig von den nachdrängenden Genossen in der schmalen Gasse, die kein Ausweichen zuliess, gegen die Polizeiabsperrung gedrückt, ohne sich dagegen wehren zu können. Er wollte auch nicht. Er stürmte für die Revolution. Alter Kämpfer. Eine geschlossene Reihe Polizisten drosch mit Gummiknüppeln Stakkato auf die Absperrgitter ein, gegen die der Genosse zwangsläufig gedrückt wurde und von mehreren Knüppelschläge getroffen wurde.

Dieser Genosse tritt nun aus dem Dunkel des Raumes ans Rednerpult, nimmt das Palästinensertuch von der Mundpartie, und man sieht die Blessuren der Gummiknüppel, als er dem Redner etwas ins Ohr flüstert. Der vergisst, sichtlich erschrocken, seine langfädige Analyse der sich zuspitzenden Klassengegensätze des Monopolkapitalismus’ und der laufenden Kämpfe in der Dritten Welt und in den Metropolen. Es erlischt nun auch das Licht am Rednerpult, und auf der Leinwand über ihm erscheint Ulrike Meinhofs Bild, die Hände über dem Kopf gefaltet, verschlossener, hasserfüllter Blick auf die «Schweine».[1] Das Photo ist gestaltet als Todesanzeige, fett schwarz umrandet, und darüber in grossen schwarzen Lettern: «Ulrike Meinhof ermordet».

Die 600-700 Teilnehmer sind ergriffen, glauben, der «faschistische Polizeistaat» Bundesrepublik Deutschland habe Ulrike Meinhof auf dem Gewissen: Ich zucke zusammen. Gedenkendes Schweigen für eine Terroristin, die der Saal für Kriegsgefangene im gerechten Krieg gegen das «System» hält. Zumindest ist man «betroffen» davon, wie der bürgerliche Staat mit diesen Genossen umging, wo diese Genossin doch, durchglüht von Solidarität und Menschenliebe, nur das Beste wollten – wenn auch, das müsse man zugeben, mit falschen Mitteln. Aber man lasse ihr ja keine andere Wahl. Die allermeisten glauben an die «Isolationsfolter». Alle schweigen. Es ist so still wie nie an einer Uni-VV. Lange, viel zu lange.

 

2

Sonst schreien hier die maoistischen, trotzkistischen, stalinistischen, leninistischen, marxistischen, anarchistischen, chilenischen, palästinensischen, Polisario-, ETA-, IRA- usw. Funktionäre die Mikrophone kaputt. Streiten sich bis aufs Blut. Hassen den Klassenfeind, das «System» und hassen die stets falsch denkenden Genossen der anderen K-Gruppen, die man dann und wann als «Verräter der Arbeiterklasse» entlarvt.

Einig aber ist man handkehrum gegen das «System». So diskutieren sie, bis immer mehr von denen, die «falsch» abstimmen könnten, die für sie «Rechte» sind, «Bürgerliche», «Faschos», den Raum genervt verlassen haben. Sollen sie gehen, die alles nur behindern, die eigentlich doch gar kein Recht zu reden haben, wenn man es genau nimmt, denn hier geht es doch um den Fortschritt, den die «Rechten» behindern. Den Fortschrittlichen allein aber leuchtet die Sonne zur Freiheit, nur ihnen weht der Wind der Revolution durch die Haare.

Ein Fascho und Recht auf freie Rede? Eins in die «bürgerliche Fresse», rief einer! Das war unter Linken «demokratisches Recht». Das ist proletarische Demokratie: gegen «Rechts» ist alles erlaubt. Die ‘Faschos’ ihre Propaganda ausbreiten lassen? Wehret den Anfängen! Benno Ohnesorg war der erste, den die Schweine abknallten … Sie werden uns alle umbringen, kreischte Ensslin.

Herbert Marcuse schrieb im letzten Absatz seines Aufsatzes «Repressive Toleranz»[2] 1965, dass

«der Satz, daß das Gleichgewicht zwischen Toleranz gegenüber der Rechten und gegenüber der Linken wiederhergestellt werden müßte, um die befreiende Funktion der Toleranz zu erneuern, erweist sich rasch als eine unrealistische Spekulation. Allerdings scheint eine solche Änderung gleichbedeutend damit, daß ein »Widerstandsrecht« eingesetzt wird, das bis zum Umsturz geht.»

Eine Erfahrung, die Oppositionelle aller Couleur im Kalten Krieg machen mussten: Die grundgesetzlich garantierte Toleranz gegenüber Meinungen hörte schnell auf, wenn man die Westbindung der BRD, die Angriffskriege der USA, die Atombombe, den Kolonialismus und die vielen Ungerechtigkeiten des «Wertewestens» kritisierte. Im besten Fall bekam man eine ‚Fahrkarte einfach‘: «Dann geh doch nach Moskau.» Und damit waren Toleranz und Meinungsfreiheit beendet. Die gesellschaftliche Ausgrenzung aller Kritik am US-Imperium wurde aber immer auch Sache der Geheimdienste und Medienkartelle. Marcuse, damals Beamter des US-State Departements, zog als solcher in den darauffolgenden Sätzen die Grenzen klar:

«Es gibt kein derartiges Recht für irgendeine Gruppe oder ein Individuum gegen eine verfassungsmäßige Regierung, die von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen wird, und es kann ein solches Recht auch nicht geben.

Dann aber folgten jene Sätze, die die Linke der BRD für sich reklamierte:

«Aber ich glaube, daß es für unterdrückte und überwältigte Minderheiten ein „Naturrecht“ auf Widerstand gibt, außergesetzliche Mittel anzuwenden, sobald die gesetzlichen sich als unzulänglich herausgestellt haben. Gesetz und Ordnung sind überall und immer Gesetz und Ordnung derjenigen, welche die etablierte Hierarchie schützen; es ist unsinnig, an die absolute Autorität dieses Gesetzes und dieser Ordnung denen gegenüber zu appellieren, die unter ihr leiden und gegen sie kämpfen – nicht für persönlichen Vorteil und aus persönlicher Rache, sondern weil sie Menschen sein wollen. Es gibt keinen anderen Richtet über ihnen außer den eingesetzten Behörden, der Polizei und ihrem eigenen Gewissen. Wenn sie Gewalt anwenden, beginnen sie keine neue Kette von Gewalttaten, sondern zerbrechen die etablierte. Da man sie schlagen wird, kennen sie das Risiko, und wenn sie gewillt sind, es auf sich zu nehmen, hat kein Dritter, und am allerwenigsten der Erzieher und Intellektuelle, das Recht, ihnen Enthaltung zu predigen.»

«Wenn sie Gewalt anwenden, beginnen sie keine neue Kette von Gewalttaten, sondern zerbrechen die etablierte.» und «kein Dritter, und am allerwenigsten der Erzieher und Intellektuelle», haben «das Recht, ihnen Enthaltung zu predigen.» Ist das heute alles vergessen?

 

3

Die revolutionäre Linke hat strategisches Sitzfleisch. Wenn man fast unter sich ist im leerer werdenden Saal und sich immer noch gekonnt weiterstreitet um den «richtigen Klassenstandpunkt», dann ist irgendwann der richtige Augenblick für Abstimmung gekommen. Da die meisten Andersdenkenden schon genervt den Raum verlassen haben, gewinnt die Linke-Koalition die Abstimmung. So kommen fortschrittliche Beschlüsse der Universitätsvollversammlung zustande.

Terror? Nein, «wahre» Demokratie! Fortschrittliches Bewusstsein! Denn dieser Staat ist keine Demokratie, das ist uns gewiss, der ist ein Polizeistaat, der ist faschistisch, der ist imperialistisch – zum Teufel mit dem Staat, dem Repressionsinstrument der herrschenden Klasse.

Man ist Marxist. Ihn gelesen? Man kennt treffende Marx-Zitate, vom Hörensagen, aus der «Roten Fahne», aus der «Kommunistischen Volkszeitung KVZ» usw. Am leichtesten lernt sich, dass die Justiz immer eine Klassenjustiz sei und dass das herrschende Recht, das Recht der Herrschenden sei. Dass ein Beamter eine ‘Charaktermaske’ sei und die Geschichte eine Geschichte der Klassenkämpfe. Dass das Sein das Bewusstsein bestimme und dass eine klassenlose Gesellschaft nötig sei. Dass der Kapitalismus mit historischer Notwendigkeit an seinen sich verschärfenden Widersprüchen bald irgendwann zusammenbricht, weil die Klassengegensätze sich ständig verschärfen. Immer wieder, irgendwann. Es droht immer irgendwann der Zusammenbruch des Kapitalismus. Irgendwann. Mit historischer Notwendigkeit bricht er zusammen und bricht die Revolution aus. Irgendwann. Jede Analyse diskutiert es erneut. Brüder zur Sonne zur Freiheit. Auf welcher Seite stehst Du denn, He. Wer wollte nicht auf der Seite der Entrechteten und Beleidigten stehen. Ein Unmensch, wer kein Linker ist. Gab es noch solche, die anders dachten? Der verhasste ‘Bürger’, der hat doch gar kein Gefühl. Der Unterdrückte aber, den knechtet die zunehmende Verelendung. Und sein gerechter Hass auf das System steigt. Und er wehrt sich im gerechten Kampf. Es ist, wer wollte das nicht einsehen?, es ist demokratisch, diesen faschistischen Staat zu bekämpfen, der die weltweite Ausbeutung unterstützt. Oder? Der Terror gegen «rechts« ist «wahre» Demokratie. Keine Toleranz gegen die «Schweine» des Systems. Und Schweine und Faschisten, das sind Strauss und Kohl und alle CDU-ler. Linker Terror ist kein Terror, sondern Notwehr, ein gerechter Krieg gegen das «Schweinesystem». Darin sind alle einig: Ohne Gewalt keine Freiheit, ca ira! Linke Gewalt ist gut. Ist nötig. Historisch nötig. Ist ja nur gerechte Gegenwehr. Der Feind steht rechts. Das eint. Reiht euch ein, «Gewalt gegen Sachen».

 

4

Das Bild aus dem Auditorium Maximum: Ulrike Meinhof beim Hofgang, wahrscheinlich 1975 in Stuttgart-Stammheim.

Doch heute ist es unter dem Bild der toten Ulrike Meinhof in dem dunklen Auditorium Maximum absolut still. Da tritt ein zweiter Genosse in den schwachen Lichtkegel des Rednerpults, durchbricht die Stille, spricht allen aus dem Herzen: Ermordet worden sei sie. Sie, die nur eines habe wollen: Freiheit. Sie, die Menschen geliebt habe. Die etwas getan habe und nicht nur geschwiegen und sich geduckt habe. «Und was tun wir?» ruft er. Geistige Messer aus dem schreienden Mund des Genossen bohren sich in die Stille: Der Staat sei der Mörder. Das «System». Spätestens mit diesem Mord habe der Staat seine bürgerliche Maske fallen lassen und zeige nun seine ‘faschistische Fratze’. Gefoltert und ermordet worden sei sie. Isolationshaft. Isolationsfolter. Kein Laut im Saal, tiefe Stille, nur die stählerne Stimme des sendungsbewussten Genossen Ankläger.

Ich kenne ihn, Schnurbart, Trotzkist, Gruppe Internationale Marxisten GIM. Er gefällt sich in der anklagenden Pose. Das Weltgericht kommt über diesen Staat in der Person dieses Studenten, der auf der richtigen Seite der Geschichte steht, keine Frage, auf der richtigen Seite der Barrikade. Er, Stellvertreter des Weltgeistes, richtet, verdammt, und niemand widerspricht. Nicht einmal leise. Wütende, betroffene, anklagende Stille in jeder Pause des Sprechers: Wir sind sicher. Ohne Beweise. Wer zweifelte am Mord? Er wäre verdächtig. Ein Fascho? Auch wenn man nicht alles glaubt, was die Genossen da vorne deuten: Zumindest kann man «verstehen», dass einer, verzweifelt, zur Waffe greift gegen diesen Staat. Im Zögern, sich vorbehaltlos zur revolutionären Strategie der RAF zu bekennen, drückte sich ein Rest an politischer Vernunft, Humanität und Gemeinschaftsgefühl aus. Aber das «Verstehen» des «bewaffneten Kampfe» war das erste Niederkämpfen des Humanums. Das prophetische Fernziel rechtfertigte auf einmal, in den Nahzielen das Humanum zu vergessen, weil «es eben nicht anders geht».

 

5

In den nächsten Wochen und Monaten erscheinen unzählige Texte, die den Staat des Mordes schuldig sprechen: von der RAF, aus der Sympathisantenszene, von den RAF-Rechtsanwälten, aus dem revolutionären Untergrund, aus den K-Gruppen, aus sozialdemokratischen und linksliberalen Kreisen, ja sogar aus christlichen Zirkeln. Manchmal verpackt man den Vorwurf in rhetorische Fragen. Aber allen ist klar: Es war kein Selbstmord. Der Staat hat getötet.

Auch in unserer Initiativgruppe Philosophie, die sich bis dato von allen linksradikalen K-Gruppen und der RAF distanziert hatte, ist sofort klar, dass «der Staat der Täter» sei, ihm wird «Isolations-Folter» vorgeworfen und schliesslich die «Hinrichtung» der «politischen Gefangenen». Die Emotionen kochen überall an der Universität unter den Linken.

Und dann jener furchtbare Moment. Noch heute schrecke ich hoch, und es zieht sich mir der Körper zusammen, wenn ich daran denke. Ich überschreite damals, angstvoll, aber ich tue es, ich überschreite die innere Schwelle und denke, nur als Gedanke, aber das reicht, ich denke jene Tat, wovor mein Vater als Lehre aus dem Nationalsozialismus mich hat bewahren wollen. Ich denke empört und aufgewühlt: Gegen diesen mörderischen Staat müsse man, vielleicht, aber eben: doch zur Waffe greifen.

Ich schreibe tief empört meinen ersten Artikel in der Zeitung «Funny Phil» unserer «Initiativgruppe Philosophie» IGP: «Jürgen Bartsch vom Staat ermordet», ein psychisch kranker Kindermörder, der sich in seiner Verzweiflung hatte kastrieren lassen. Nachdem der Artikel in der Redaktion vorgelesen worden war, herrschte eine ähnliche lange Stille – wie im Auditorium Maximum neulich nach dem Tod von Ulrike Meinhof …

 

6

Der Mord hatte seine erste kleine Legitimation im Herzen gefunden, aber was heisst «klein»? Dass das in letzter Konsequenz Töten hiess, war jedem klar. Raskolnikow konnte erst töten, nachdem er sich eingeredet hatte, die Wucherin habe es verdient, so fand ich, fanden wir einen «gerechten» Grund für den politischen Mord.

Es war ein Wahn. Kein psychiatrischer Wahn. Ein ideologischer Wahnzustand. Dieser Staat war nicht der Polizeistaat, für den wir ihn hielten. Nur deswegen, weil ich das für offensichtlich hielt, strich ich innerlich das Tötungsverbot und wagte den Mord zu heiligen und als Befreiungstat zu denken. Was er nie gewesen wäre. Wer über diese Schwelle geht, der «gute» Gründe findet, um das Gewissen zum Schweigen zu bringen, kann das Töten erwägen.

 

7

Hatte Papa das geahnt, als er 1968 über den linken Terror an seiner Schule schrie: «Die machen es wie die SA!»? Ausser sich von Sinnen war er. Er war bei der SA gewesen, wusste, wovon er redete. Er tötete im Krieg und zahlte lebenslang mit der Unruhe seines Geistes, der ihn ewig umtrieb, revoltierend gegen sein Schicksal, anklagend, fragend: warum?

Nur einen kleinen Ausweg hatte er je gefunden: «Gott wollte mich prüfen, liess mich nicht sterben und ich musste weiterleben.» Denn am bittersten zahlte er damit, dass er den Kopfschuss im Kessel von Tschertkowo überlebte. Für die anderen Verwundeten, über die in jener Nacht die russischen Panzern Slalom fuhren, war der Krieg vorbei. Für ihn ging er nie zuende. Jahr für Jahr, bis zu seinem Tod 1980, träumte er vom Töten. Und darum hat er mich, gerade deswegen, weil es ihm so ergangen war, christlich erzogen, dass ich einmal nicht den gleichen Fehler wie er machen sollte. Ich hatte tief im Gefühl von ihm gelernt, dass Töten falsch ist.

Und jetzt wagte ich, sein Sohn an eine «Notwendigkeit» zu denken, dass man zur Waffe greifen müsse. Aber da war kein Krieg, da war kein Befehl. Noch heute läuft es mir kalt über den Rücken, denke ich daran. Wir haben den Mord damals geheiligt mit der höheren Notwendigkeit. Wir hatten «gute» Gründe für den Mord «gefunden» in der Ideologie vom faschistischen Staat BRD.

 

8

Meinen Studienfreund Peter wurde  Jurist, ihn traf ich vierzig Jahre nach dem Tod von Ulrike Meinhof wieder. In ihrer WG hätten sie damals Waffen für die RAF versteckt, erzählt er lachend. Einmal habe einer im Schlafsack in ihrer Stube auf dem Sofa übernachtet. Der habe kein Wort geredet. Ein Genosse, den sie aus der maostischen Basisgruppe kannten, hatte ihn spät abends gebracht. «Der ist ok, hat Probleme, nur eine Nacht.»

 

9

Walter war ein Studienfreund. Sein Vater kam 1950 gebrochen aus Sibirien zu seiner Frau und den drei Kindern zurück. Hart war er erzogen und noch härter geworden durch den Krieg und durch die Zwangsarbeit in Sibirien. Eifersüchtig forderte er von Oskar, seinem Ältesten, der, während der Vater im Kriege war, der Mutter tüchtig zur Hand gegangen war und den Vater ein Stück weit ersetzt hatte, die Autorität zurück, die er fühlte, an den ihm entfremdeten Buben verloren zu haben. So ohne weiteres aber wollte der Sohn sich aber nicht von diesem fremden Mann, der sein Vater sein sollte und nun wieder die Autorität zurückforderte, etwas befehlen lassen: «Du hast mir nichts zu befehlen!» Hoch kochte der Kampf, und der harte Wehrmachtssoldat, empört, dass man ihm nicht gehorchte, schlug seinen Ältesten zusammen, dass es allen Kindern, die dabeistanden und zitternd zuschauen mussten, durch Mark und Bein fuhr. Nun war es wieder klar, wer Herr im Hause war, so wie es sein sollte. Kinder haben zu gehorchen. Der gedemütigte Oskar gehorchte ohnmächtig, aber ballte, stumm, im Herzen die Fäuste, begann den Vater zu hassen. Und als die Eltern sich viel Jahre später scheiden liessen, ergriff es bedingungslos Partei für die Mutter gegen das «Schwein», wie er den Vater nannte, obwohl der Anteil der krankhaft eifersüchtigen Mutter an der Ehekriese mindestens zum halben Teil auch an sie ging. Wie viele Studenten begann er während des Studiums zu trinken. Zuerst wollte er einfach dabei sein, auch ein Mann, der «etwas vertrug». Dann aber trug die Kränkung des vom Vater Zusammengeschlagenen das ihre dazu bei, dass der Alkohol zum tragischen Schicksal wurde, das ihm Jahrzehnte später, als aus den munteren Studentensaufereien eine tödliche Sucht geworden war, ins frühe Grab brachte.

Da der 1950 aus Sibirien zurückgekehrte Vater seine drei Kinder fast gar nicht erlebt hatte, als Vater, während er sechs Jahre im Krieg war und fünf Jahre in Sibirien, sehnte er sich nach einem Kind, bei dem er von Anfang dabei sein würde und der im nicht entgleiten sollte. Ganz Vater wollte er sein. Er, dessen bisheriger Lebensertrag aus nichts bestand als aus einer in Sibirien selbst geschnitzten Pfeife und einer Tabaksdose aus der elastischen Rinde einer russischen Birke, zeugte wieder einen Sohn, Walter, der eine Mischung aus Jüngstem und Einzelkind wurde.

Im Flur der Wohnung von Walters neun Jahre älterem Bruder, zeigte ein Foto in einem dunklen Rahmen Walter, der in soldatischer Habachtstellung stramm vor dem im Sessel sitzenden Vater steht, die Hände an der Hosennaht. «Walter rapportiert beim Alten!», kommentierte Jonas spöttisch.

«Wisst Ihr, wie der Vater mich das Schwimmen gelehrt hat?», erzählte Walter einmal, «ich war in der ersten Klasse, da hat er eines Tages im Hardbergbad einen Schwimmring zu einer Acht gedreht, meine Beine durch je ein Loch gesteckt und mich ins Zweimeterbecken unseres Schwimmbades gestossen.»

«Mein Gott, und dann?»

«Ich musste strampeln, während er vom Beckenrand aus Ratschläge zurief.»

«Ja, aber … schrecklich.» Wir schwiegen betroffen. Irgendjemand sagte etwas von schwarzer Pädagogik und fluchte auf den preussischen Militarismus.

«Aber ich lernte schwimmen.» sagte Walter. «Bin dann ein guter Schwimmer geworden.»

Der kleine Walter entwickelte früh ein eitles ehrgeiziges Wesen. Er mochte etwa sechs gewesen sein, da bekam er zu Weihnachten einen Lego-Baukasten, mit dem man einen Leuchtturm bauen konnte mit weissen und roten Ringen. Der neun Jahre ältere Jonas riss den Baukasten sofort an sich. Walters Proteste waren umsonst, körperlich kam er gegen den neun Jahre Älteren nicht an. Rasend vor Wut musste er hilflos mitansehen, wie Jonas den Lego-Leuchtturm baute. Als alles zu Bett ging und Jonas das Interesse an Walters Baukasten verloren hatte, brach Walter auf seinem Zimmer den von Jonas Leuchtturm wieder auseinander, indem er vor sich hin zischte: «Dir Idiot zeig’ ich, wie man den Leuchtturm richtig baut!» Hatte doch Jonas – «typisch schlechter Schüler», äffte er, sich über dem neun Jahre älteren Bruder als der Gescheitere triumphierend – es nicht fertiggebracht, die schönen roten und weissen Ringe des Leuchtturm regelrecht zu bauen. Weisse und rote Baustein waren wahllos durcheinandergemischt. «Du bist der Stärkere, aber im Kopf hast Du es nicht!» Walter galt bald als begabt, ging aufs Gymnasium, bekam Klavierunterricht, lernte schnell und spielte schon früh als eine Art Wunderkind im Barocksaal des Kurhauses seiner Heimatstadt vor erlauchtem Publikum, sodass die Orts-Zeitung voller Lobes war. Mit 17 bekam er einen 9mm-Schmalfilmkamera vom Vater. Er wollte moderne Filme drehen. Stolz führte er, von sich selbst begeistert, einem Freund sein Erstlingswerk vor, wobei ihm überhaupt nicht auffiel, dass der andere völlig gelangweilt war, aber aus scheuer Freundlichkeit schwieg, um die Gunst des von ihm bewunderten Genies nicht zu verlieren: ein schwarze Kellerwand, in deren Mitte ein helles Kellerfenster zu sehen ist, auf dessen Sims ein Geranienstock steht. 1. Szene: 10 sec, Fenster mit Geranie normal, 2. Szene: 10sec, Fenster mit Geranie um 90° nach rechts gedreht, 3. Szene: 10sec, Fenster mit Geranie weitere 90° nach rechts gedreht usw. Man könne heute nicht mehr einfach Filme nach der Natur drehen, der Freund wusste nicht, was er sagen solle, verstand aber, dass es reichte, zuzuhören, denn er spielte nur mehr die Rolle eines Statisten in diesem jugendlichen Theater des in sich selbst verliebten kommenden Stars am Himmel der Kunst. Das alles wollen wir dem jungen Walter nicht übelnehmen. Jeder träumt doch in diesen Jahren von Höherem. Walter gewann seinen Freund, eine Literatengruppe zu gründen. Er wollte wie die «Gruppe 47» bekannt werden und eine ganz neue, nie dagewesene Literatur schaffen. Walter wird ein ausgesprochen freundlicher junger Mann, der alle zum Pizzaessen bei «Da Pietro» eintreffenden Klassenkameraden persönlich begrüsste, das tat keiner sonst. Er hielt dann die grossen Reden, wusste immer noch etwas Besseres, hatte immer noch etwas ganz Ausgefallenes parat, woran noch keiner zu denken gewagt hatte. Seine Deutungen waren einfach einzigartig ausgefallen. Hatte er gemerkt, dass er etwas gesagt hatte, was keinem in den Kopf gekommen war, dann konnte er dessen Bedeutung, sich wiederholend, immer neu betonen., während alle schon nicht mehr wussten, wo man war. Seine liebenswürdige Freundin überhörte seine Eitelkeiten. Was er meinte, verstand sie nie. Aber sie mochte ihn. Er wollte ein grosser Künstler werden, studierte Theaterwissenschaften an einer grossen deutschen Universität. Dort begann ein Verwandlungsprozess mit ihm. Er trat bald dem Sozialistischen Deutschen Arbeiter- und Studentenbund bei, der von Pankow und Moskau geleiteten Studentenorganisation der KPD. Klassische kommunistische Kaderpartei, autoritär, strukturiert und borniert wie die KPdSU und der SED. Schnell lernte er den kommunistischen Jargon von den Revolutionen als Lokomotiven der Geschichte, von der faschistoiden bürgerlichen Klassengesellschaft, den sich weltweit zuspitzenden Klassenkämpfen, welche die inneren Widersprüche des Monopolkapitalismus verschärften, von der steigenden Verelendung immer breiterer Schichten des Proletariats und schliesslich die mit «historischer Notwendigkeit»  kommende Revolution, die den Sieg der Arbeiterklasse, die Diktatur des Proletariats unter der Führung der siegreichen marxistisch leninistischen Partei, die schlussendlich die Klassenlose Gesellschaft nach der Anleitung wissenschaftlichen Sozialismus bringen werde: «Brüder zur Sonne, zur Freiheit … Ewig, der Sklav’rei ein Ende, heilig die letzte Schlacht!» Walter träumte bald von diesem oder einem anderen «letzten Gefecht» für das Menschenrecht. Nach zwei Semestern verliess er Freundin und Universität und immatrikulierte sich in Zürich: «Alle grossen Männer, wie zum Beispiel Lenin, waren einmal in Zürich», sagte er. Nach einer Zeit bei der DKP wurde er Sponti, sagte allen Autoritäten den Kampf an. Aber der Glaube an die Notwendigkeit einer Revolution der bürgerlich faschistischen Klassengesellschaft machte alle Richtungswechsel mit. Und eines Tages fragte er mich: «Muss ich dann auf meine Eltern und Geschwister schiessen, wenn die Revolution beginnt?»

 

10

Mein Gott, wie konnte das passieren?

Ulrich Schmücker, als «Verräter» von Genossen erschossen?

Viele Kommilitonen, die ich kannte, haben auch so gedacht. Und viele haben irgendwann einmal auch gehandelt: Personen und/oder Waffen aus der RAF in ihren WGs versteckt, logistische Hilfe geleistet, flammende Artikel geschrieben, zumindest «Verständnis» gehabt, jene klammheimliche Freude beim «Abschuss des Buback», als wäre der Mensch ein Nichts, ein Dreck. Der Fememord an ‚Verrätern‘ wie den Genossen Schmücker gehörte auch dazu.

Es begann mit dem «Verstehen», dass «gerecht» getötet werden müsse. Und eine sehr lange, eine zu lange Zeit dachte ich wie viele: Es hat zwar ein militärischer Revolutions-Kampf keinen Sinn, denn wir sind zu wenige. Keine Chance. Hiess aber: Wenn es mehr wären, dann … Im Klartext. Es wäre «eigentlich» gerechtfertigt, zum Gewehr zu greifen. Zumindest «verstand» man jeden, der es tat, auch wenn man es für aussichtslos und verrückt hielt. Auch wenn man Angst hatte vor dem Töten, aber wenn es notwendig war …

Diese innere Schwelle überschritten zu haben hiess aber unmissverständlich: Das Gefühl von Unrecht zu besänftigen, das sich einstellte bei dem Gedanken daran, Menschen zu töten, meine Mitbürger, Angehörige meines Volkes. Diesen Gedanken zu denken zu wagen, hiess das. Auf töten lief alles hinaus, war der Damm erst einmal vom stärkeren Affekt durchbrochen. Das spürte man beim Wagnis, diesen Gedanken zu denken. Es war ein furchtbares Wagnis, ihn zu denken. Gegen das Gewissen zu denken, hiess das. Gegen die innere Stimme. Gegen das schreckliche Gefühl, das mich nur schon beschlich, wenn ich ein Insekt zerdrückte, so stark war es. Es war das körperlich spürbare Unrechtsgefühl, das Gewissen, das einem die inneren Organe zusammenzog, dass die Lippen elektrisch zittern machte und wodurch man am ganzen Körper litt, wenn man nur schon ans Töten dachte. Das wurde betäubte mit etwas Furchtbarem, was man aber plötzlich nicht mehr für so furchtbar ansah: Jetzt gab es doch ein «Recht» zur Waffe zu greifen – zu töten hiess das irgendwann. Denn: Wenn dieser Staat so Engagierte tötet. Dann gibt es ein «Recht» zurückzuschlagen. Natürlich könne geschossen werden, denn «Bullen» seien keine Menschen, hatte Ulrike Meinhof im Spiegel veröffentlicht. Von einem solchen «Recht» zu denken zu wagen, das war ein unwillkürliches Gefühl, keine rationale Überlegung. Die rationale Überlegung kam, wenn überhaupt, erst später. Es war das Gefühl der Selbstjustiz, der Rache, das Gefühl in einem höheren «Recht» zu sein, welches das Recht auf Leben der Menschenrechte aufhob, übertraf, blind machte, geistig ruinierte, vernichtete.

Dabei «half» der kochende Trotz gegen den Vater. Die Rebellion gegen den Staat wurde emotional getragen von der Wut auf den Vater, die auf alles übertragen wurde und welche die stärkere Emotion war als das moralische Gefühl des Gewissens, als das: Du sollst nicht töten.

Es war eine Tragödie. Der mich das «Du sollst nicht töten» lehrte, ehrlich, engagiert, tief aus dem Herzen, dieser Vater hatte die Gewalt nie restlos überwunden. Sie lebte in seiner Bejahung der Todesstrafe. Sie lebte in seiner Erziehung zu Befehl und Gehorsam. Gegen seine Gewalt rebellierte ich pubertärer Pilzkopf, las Neil, lief Sturm gegen alle Autoritäten. Und an der Universität lernte ich dann die Theorien dazu, die den Trotz und die Wut und die Rebellion gegen den Vater «wissenschaftlich» zementierten. Horkheimer, Adorno, Marcuse, Freud, Deschner und wie sie alle hiessen.

 

11

Prof. Dr. Axel Azzola

Am 12. Mai 1976 hält Axel Azzola (1937–2007), Professor für öffentliches Recht an der TU Darmstadt, im Prozess von Stammheim Wahlverteidiger von Ulrike Meinhof, vor dem vollbesetzen Auditorium Maximum der Universität Zürich anlässlich des Todes von Ulrike Meinhof einen Nachruf mit dem Titel «Gesetz und Gewalt». Azzola hatte «versucht … zu erreichen, dass die Angeklagten als Kombattanten in einem bewaffneten Konflikt betrachten werden und ihnen den Status von Kriegsgefangenen zugestanden wird.»[3] Eingeladen hatte Azzola der Kleine Studentenrat der Universität Zürich, die Exekutive der verfassten Studentenschaft der Universität Zürich (SUZ). Sie focht damals eine erbitterte Auseinandersetzung mit der kantonalen Erziehungsdirektion um das allgemeinpolitische Mandat der SUZ.[4]

In seiner Rede sagt Azzola über die Terroristin:[5] «Ulrike Meinhof war grenzenlos liebesfähig, diszipliniert, sensibel, von hoher Intellektualität.» Sie habe sich in den Dienst «eines unabdingbaren ethischen Rigorismus» gestellt. Meinhof sei ein «kleiner Motor am Schwungrad der Geschichte». Wobei Letztere identisch sei mit derjenigen der anstehenden proletarischen Revolution. Azzola hält sich mit nichts zurück: «Kampf» sei nötig. Er will die «totale Negation des Bürgertums», «einschliesslich des Rechts», die Vernichtung des Staates mit revolutionärer Gewalt, klar auch mit «Einsatz des eigenen Lebens» – eben wie Meinhof. Das «bürgerliche Gesetz» gelte dabei nicht mehr. Dann schmettert der Redner, Schüler des Marxisten Wolfgang Abendroth, mit metallener Sportpalast-Stimme und im Pathos der Französischen Revolution als letzte Worte seiner Totenrede auf die Terroristin Ulrike Meinhof jenes berühmte Zitat von Abbé Emmanuel Joseph Sieyès[6], marxistisch umgewandelt, in die Stille:

«“Was ist das Proletariat? Nichts. Was sollte es sein? Alles.“ Darin ist das Proletariat die Hoffnung der Menschheit auf Zukunft, wenn auch nicht ihre Garantie, weil die Menschheit nur eine Zukunft haben kann, wenn aus der biologischen Gattung eine soziale Gattung wird, wenn der Widerspruch zwischen allgemeinem und besonderem Interesse – also zwischen öffentlichem und privatem Interesse – aufhebbar wird in der Homogenität und Identität der Solidarität der Arbeitenden. Diesem Ziel galt das Leben der Ulrike Meinhof, damit ihr Kampf. Nach ihrem Tod wird es nur noch ein Urteil geben, nämlich das Urteil der Geschichte. Es ist das einzig legitime Urteil. Und die Geschichte wird sie einholen und heimholen, ebenso wie sie schon jetzt hinwegegangen ist über die, die nie etwas anderes gewollt haben als ihren Tod.»

Dann brechen «Begeisterungsstürme» aus, wie der Tages Anzeiger vom 19. Mai 2016 berichtet. Mit seinem Nachruf auf Meinhof, zugleich Plädoyer für den Terror der RAF habe der Redner selbst den Berichterstatter der Neuen Zürcher Zeitung mitgerissen: «Rhetorisch eindrücklich» und «charismatisch» sei er gewesen.[7] So der Bericht des Tages Anzeigers.

 

12

Noch 2018 heisst es in Wikipedia:

«Bekanntheit erlangte Azzola, als er ab Dezember 1975 im Stammheim-Prozess als Wahlverteidiger von Ulrike Meinhof auftrat. Hier vertrat er den Standpunkt, dass auf die Angeklagten das Kriegsrechtanzuwenden sei und diese daher als Kriegsgefangene zu inhaftieren seien. Nach dem Tod von Meinhof hielt er am 12. Mai 1976 an der Universität Zürich eine Rede, die teilweise als Rechtfertigung der Gewalt der RAF interpretiert wird.»[8]

Teilweise? Als ob es im Rechtsstaat ins Belieben eines jeden gestellt sei, als ob es eine Frage der individuellen Weltanschauung sei, als ob man geteilter Meinung darüber sein könne, ob Recht und Gesetz gelte oder nicht.

Vor mir liegt der Text dieser Rede. Was sagt Azzola? Es müsse, sagt er, die «totale Negation des Bürgertums», «einschliesslich des Rechts» erreicht werden. Heisst Abschaffung. Das «bürgerliche Gesetz» gelte nicht, wenn man gegen die bürgerliche Klasse kämpfe. Das Bürgertum «total negiert», heisst: Alles ist erlaubt. Heisst revolutionäre Willkür. Recht und Gesetz gelten nichts. Es gilt die Willkür, die Despotie des absoluten Herrschers: legibus absolutus, über dem Gesetz stehend.

Die Terroristen haben sich als «Rote Armee» aufzuwerten versucht. Ein Kriegsgefangener ist ein Kämpfer der Streitmacht eines Staates, der von der generischen Seite gefangengenommen wird. Es gelten Artikel vier bis zwanzig der Haager Landkriegsordnung von 1907 und das dritte Genfer Abkommen von 1949. Ein Kriegsgefangener ist ein offizieller Beteiligter an einem Konflikt oder ein Mitglied einer militärischen Befehlsstruktur. Als Kriegsgefangener gilt, wer Uniform oder erkennbare Erkennungszeichen trägt. Völkerrechtlich gelten Bombenleger und Mitglieder internationaler oder nationaler Terrororganisationen nicht als Kriegsgefangene.»[9]

 

 


 

[1]      http://www.mustardayonnaise.com/baadermeinhof/timeline/1975.html (4.5.2018)
[2]      Herbert Marcuse. Repressive Toleranz. In: Wolff, Moore, Marcuse: Kritik der reinen Toleranz. Frankfurt/Main, 1965
[3]      Messner, Philipp. Vor 40 Jahren an der Universität Zürich: Eine Rede zum Tod von Ulrike Meinhof. URL: http://www.archiv.uzh.ch/de/vitrine.html#21(eingesehen am 4.5.2018)
[4]      Messner, Philipp. Vor 40 Jahren an der Universität Zürich: Eine Rede zum Tod von Ulrike Meinhof. URL: http://www.archiv.uzh.ch/de/vitrine.html#21(eingesehen am 4.5.2018)
[5]      Azzola, Axel. Gesetz und Gewalt. Eine Rede aus doppeltem Anlass. URL: https://socialhistoryportal.org/sites/default/files/raf/0019760512_2.pdf(eingesehen am 4.5.2018)
Tonbandaufnahme. Universitäts Archiv Zürich (UAZ): E.7.1.207, alle Zitate Azzolas hieraus. Transskript der letzten eineinhalb Minuten als Tonbandausschnitt, veröffentlicht vom Tagesanzeiger am 19.5.2016 auf: https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/geschichte/begeisterungsstuerme-fuer-den-rafterrorismus/story/23649350 (eingesehen am 4.5.2018) Siehe auch: Messner, Philipp. Vor 40 Jahren an der Universität Zürich: Eine Rede zum Tod von Ulrike Meinhof. URL: http://www.archiv.uzh.ch/de/vitrine.html#21 (eingesehen am 4.5.2018)
[6]      «Was ist der Dritte Stand? Alles und noch mehr. Was ist er bis jetzt in der politischen Ordnung gewesen? Nichts. Was verlangt er? Etwas zu sein und so zu bestehen, wie er immer sein wird.» In: Abbé Emmanuel Joseph Sieyès: «Qu’est-ce que le Tiers état? 1789
[7]      Tobler, Andreas. «Begeisterungsstürme» für den RAF-Terrorismus. In: Tages Anzeiger vom 19.5.2016.  https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/geschichte/begeisterungsstuerme-fuer-den-rafterrorismus/story/23649350 (4.5.2018)
[8]      https://de.wikipedia.org/wiki/Axel_Azzola (5.5.2018)
[9]      Doehring, Karl. Völkerrecht. Heidelberg 1999

 

 

 

 

 

 

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