Rudolf Virchow: «Als Naturforscher kann ich nur Republikaner sein.»

Zitatauswahl Moritz Nestor

„Als Naturforscher kann ich nur Republikaner sein.“[1]

„Wohlstand, Bildung und Freiheit bedingen sich gegenseitig.“[2]

„Die Ärzte sind die natürlichen Anwälte der Armen, und die soziale Frage fällt zu einem grossen Teil in ihre Jurisdiktion.“[3]

„Am Anfang der Seuchen stehen Armut, Hunger, Unsauberkeit und Unhygiene des Lebens.“[4]

„In der Politik soll jeder gleichberechtigt sein, und wenn unser Volk einmal ein politisches sein soll, so muss es auch politisch gebildet werden.“[5]

„Unsere Aufgabe ist die pädagogische. Wir müssen streitbare Männer erziehen, welche die Schlachten des Humanismus kämpfen … Die medizinische Reform, wie wir sie gemeint haben ,war eine Reform der Wissenschaft und der Gesellschaft.“[6]

„Denn zu den Schrecken der Hungersnot und der Seuchen tritt sofort noch der dritte, der des Krieges. Diese drei sind verbrüdert, die drei apokalyptischen Reiter, welche die Kinder der Menschheit würgen.“[7]

„Die öffentliche Gesundheitspflege lässt sich gar nicht mehr isoliert betrachten, sie ist nicht mehr eine unpolitische Wissenschaft, die Staatsmänner bedürfen des Beistands einsichtsvoller Ärzte.“[8]

„Eine gesunde Staatsverfassung muss das recht des Einzelnen auf eine gesundheitsgemässe Existenz unzweifelhaft feststellen.“[9]

„Die logische Antwort auf die Frage, wie man in Zukunft ähnliche Zustaände, wie sie in Oberschlesien vor unseren Augen gestanden haben, vorbeugen könne,ist also sehr leicht und einfach: Bildung mit ihren Töchtern Freiheit und Wohlstand. Bedenke man wohl, es handelt sich für uns nicht mehr um die Behandlung dieses oder jenes Typhuskranken durch Arzneimittel und Regulierung der Nahrung, Wohnung und Kleidung; nein, die Kultur von eineinhalb Millionen  unserer Mitbürger, die sich auf der untersten Stufe moralischer und physischer Gesunkenheit befinden, ist unsere Aufgabe geworden.“[10]

„Die Erde bringt viel mehr Nahrung hervor, als die Menschen verbrauchen; das Interesse der Menschheit erfordert es keineswegs, dass durch eine unsinnige Aufhäufung von Kapital und Grundbesitz in den Händen einzelner die Produktion in Kanäle abgeleitet wird, welche den Gewinn immer wieder in dieselben Hände zurückfliessen lassen.“[11]

„Der Mensch soll nur so viel arbeiten, als notwendig ist, um dem Boden, dem groben Stoff soviel abzuringen, als zur behaglichen Existenz des ganzen Geschlechts notwendig ist, aber er soll nicht seine besten Kräfte verschleudern, um Kapital zu machen.“[12]

„Den Kommunismus halte ich … für Wahnsinn.“[13]

„Bildung, Wohlstand und Freiheit sind die einzigen Garantien für die dauerhafte Gesundheit eines Volkes.“[14]

„Die Medizin bedarf einer historischen Kenntnis mehr als jede andere Wissenschaft.“[15]

Es muss dazu kommen, „dass die öffentliche Gesundheitspflege … eine der höheren Sorgen unserer Staatsmänner wird als die Frage, mit wem man sich zuerst schlagen und wen man zuerst töten soll.“[16]

 

Anmerkungen

[1]             Bauer, S. 37
[2]             Bauer, S. 37
[3]             Rudolf Virchow (Hrg.) Die Medicinische Reform. Nr. 1, 10. Juli 1848, S. 1
[4]             Bauer, S. 39
[5]             Bauer, S. 39
[6]             Bauer, S. 39
[7]             Bauer, S. 54
[8]             Rudolf Virchow. Die öffentliche Gesundheitspflege. (August 1848)
[9]             rororo, S. 87
[10]           rororo, S. 94f.
[11]           rororo, S. 95
[12]           rororo, S. 95
[13]           rororo, S. 95f
[14]           rororo, S. 97
[15]           rororo, S. 98
[16]           rororo, S. 107

Autor

Moritz Nestor, Psychologe

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